Die Akteure: PuroVerde eG

Solidarität mit einer anderen Welt

Die 2015 gegründete PuroVerde eG lebt einen neuen Begriff der Regionalität, indem sie Produzenten aus Costa Rica mit Konsumenten aus Europa zusammenbringt. Die können sich an einem zukunftsweisenden Projekt beteiligen und damit Ideen der Solidarischen Landwirtschaft über den Ozean hinweg verwirklichen.

Produkte mit Rendite und Wirkung – das ist der Slogan, mit dem PuroVerde um Mitglieder wirbt. Die Genossenschaft will eine Alternative zur industriellen tropischen Landwirtschaft aufbauen, indem sie zwei sich ergänzende, naturnahe Konzepte kombiniert: Permakultur und Waldfeldbau.

Ackerfrüchte zwischen den Bäumen der BaumInvest AG anzupflanzen und Waldfeldbau zu betreiben, war dabei von Anfang an Teil des Konzepts. Die Kombination mit Permakultur hält die Böden nährstoffreich, verbessert die Wasserqualität und schützt gleichzeitig Biodiversität und Klima.

„Um diese Form der Produktion und Wertschöpfung aufzubauen, bringt unsere Genossenschaft Konsumenten in Deutschland mit Produzenten in Costa Rica zusammen“, umschreibt Vorstand und eG-Gründer Leo Pröstler den Grundgedanken.
„Dadurch übernimmt jeder, der bei uns mitmacht, Verantwortung dafür, die Region ökologisch und sozial voranzubringen.“
Kleinbauern und Produzenten in Costa Rica bekommen – unabhängig von Marktzwängen – Planungssicherheit und ein gesichertes Einkommen. Und die Konsumenten hierzulande nicht nur das gute Gefühl, ein außergewöhnliches Produktionssystem zu unterstützen, sondern auch beste Lebensmittel und eine Rendite von langfristig zwei bis drei Prozent.

Das entspricht den Prinzipien der sogenannten
„Solidarischen Landwirtschaft“. Bauern und Betriebe schließen sich zu Produktionsgenossenschaften zusammen. Auf der Konsumentenseite finden sich Privatleute, die bereit sind, mit einem Fixbetrag die lokalen Strukturen zu stärken. Im Gegenzug erhalten sie entsprechend ihres Anteils Brot, Wurst, Käse, Obst, Kräuter und Gemüse für ihren persönlichen Bedarf. Das Problem: Für die Tropen gibt es noch kein vergleichbares Modell, da leistet die PuroVerde eG Pionierarbeit.

Roberto Martinez, Assistent und Stellvertreter von Stefan Pröstler in Costa Rica. Seit 2016 arbeitet der Nicaraguaner bei PuroVerde in Muelle.

Wie sind Sie zu PuroVerde gekommen, Herr Martinez?

Mich hat die Kombination aus Land- und Forstwirtschaft angesprochen, weil ich durch mein Studium der Agrarökologie und meine vorherige Ausbildung als Schreiner Wurzeln in beidem habe. Mittlerweile hat ich aber gezeigt, dass die Vielfalt meiner Aufgaben noch viel grösser ist, als ich erwartet habe: Einen Tag führe ich Investoren durch die Forste, am nächsten fällt das Kassensystem im Supermarkt aus. Dann braucht ein Traktor ein Ersatzteil oder der Ingwer eine Beregnungsanlage. Wir Mitarbeiter müssen ständig kreativ und selbstständig nach Lösungen suchen.

Was macht PuroVerde so besonders?
Während die meisten Firmen in unserem Bereich sich immer weiter konzentrieren und immer größere Flächen bewirtschaften, geht der Projektverbund den umgekehrten Weg. Er bewirtschaftet kleine, in der gnazen Region verteilte Flächen und deckt ganz unterschiedliche Bereiche ab: Aufforstung, Rinder- und Hühnerhaltung, Wurmzucht und kleine Supermärkte. Wir beliefern sogar Schulkantinen mit gesunden und nachhaltig angebauten Lebensmitteln. Es ist unglaublich, was wir alles machen.

Der Weg der Produkte: Entwickeln. Anbauen. Verkaufen

Die PuroVerde eG kann mit einem geringen Startkapital mit der Bewirtschaftung beginnen. Durch die vorhandenen Strukturen im Projektverbund lassen sich beispielsweise Grundstücke oder Maschinen pachten oder mieten, anstatt diese erwerben zu müssen. So können wir uns auf die Entwicklung, den Anbau und den Vertrieb von Produkten konzentrieren.

Handel mit tropischen Produkten Produkte der PuroVerde eG werden auf lokalen Märkten, über Biogroß- und Einzelhändler, sowie an Importeure oder an Mitglieder verkauft.

Solide Kostenplanung Geringe Fixkosten und Nutzung vorhandener Erfahrung bieten Sicherheit bei der wirtschaftlichen Entwicklung.

Variabler Anbau Durch die Nähe zu Verbrauchern und Märkten kann die PuroVerde eG schnell auf veränderte Nachfrage reagieren: Wir liefern stets nachgefragte Produkte

Entwicklung

Nach einer ersten strategischen Einschätzung des Produktes erstellen wir eine Machbarkeitsstudie. Dafür wälzen wir Literatur und reden mit Expertinnen und Praktikern über die Agrartechniken des Anbaus, die Wertschöpfungskette und den Markt und stellen einen ersten Geschäftsplan auf. Ist die Machbarkeitsstudie vielversprechend kann der Vorstand den nächsten Schritt, den Testanbau in Auftrag geben.

Testanbau und Produktion

Im Testanbau werden zum einen alle Anbau-, Dünge- und Erntemethoden getestet, als auch die Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern geprobt und alle Erkenntnisse und tatsächlichen Kosten festgehalten.
Daraus entsteht dann ein fertiges Geschäftskonzept, welches nur noch mit Kapital versorgt werden muss um in die laufende Produktion zu gehen.

Verkauf

Die PuroVerde eG will auch mit dem Vertrieb der Produkte neue Akzente setzen. Der „klassische“ Verkauf über Großhändler sichert die finanzielle Unabhängigkeit des Projektes, der direkte Verkauf an Endkunden dient unserem Ziel, Verbraucher und Erzeuger zusammenzubringen.

Das sagen Investoren und Partner zur PuroVerde eG:

Das Engagement bei BaumInvest ist ein Baustein unseres umfangreichen ökologischen Engagements, mit dem wir als Bergsport- und Outdoorausrüster unseren Teil dazu beitragen möchten, unsere Umwelt verantwortungsvoll zu nützen und zu schützen.

Antje von Dewitz

Geschäftsführerin von VAUDE

Eine gesunde Umwelt ist unsere Lebensbasis. Wir als Unternehmen der Outdoor-Branche sehen es als unsere Pflicht an, uns dafür zu engagieren. Die Idee und das Konzept von BaumInvest hat mich überzeugt. Hier wird etwas für die Umwelt und auch viel Soziales geleistet.

Lukas Meindl

Inhaber von MEINDL-Schuhe

Wege entstehen, in dem man sie geht. Wälder entstehen, in dem man sie pflanzt. Fortschritt entsteht, wenn Menschen vorwärts gehen.
Durch BaumInvest entstehen neue Wälder, ein neuer Weg zu mehr Nachhaltigkeit.

Sabine Kauffmann

Geschäftsführerin des bio-Verlags

Ideen pflanzen

Neue Ideen der Aufforstung, Landwirtschaft und Finanzierung sind die Basis für nachhaltige Entwicklung.

Wirtschaft ändern

Transformationeffekte für Wirtschaft und Gesellschaft bewirken und langfristige Perspektiven schaffen.

Zukunft ernten

Der Plattform beitreten und mitgestalten, um das Plus für kommende Generationen zu verwirklichen.