Die Akteure: Stiftung FuturoVerde

Die Stiftung setzt sich für ein Wirtschaften mit Verantwortung ein. Sie versteht darunter nicht nur ökonomische, sondern auch soziale und ökologische Mehrwerte zu schaffen – ein Wirtschaften welches in allen Bereichen für nachweisbare Verbesserungen sorgt; bei Boden, Wasser, Luft, Biodiversität, Klima und den Lebensbedingungen der Menschen. Dies fassen wir unter dem Bergiff der „Plustainability“ zusammen.
Die Stiftung ist darum bemüht, anhand eines innovativen Aufforstungsprojektes des gleichnamigen Projektverbundes FuturoVerde diese Verbesserungen nachzuweisen und das Modell weiterzuentwickeln.
Der Weg der Stiftung ist, Wissen und Praxis einer nachhaltige Land- und Forstwirtschaft in Costa Rica zu erfassen, zu dokumentieren, auszuwerten und sich mit Experten darüber auszutauschen. Unsere Mission ist, das Wissen für andere nutzbar zu machen. Wir wollen die Diskussion in Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft vorantreiben und das Bewusstsein für verantwortungsvolles Wirtschaften und dessen Hindernisse schärfen. Das Ziel dabei ist, gemeinsam ins Handeln zu kommen.
Die Forschungsarbeiten können auf den Flächen und mit der Infrastruktur des Projektverbundes stattfinden. Über Forschungskooperationen mit Universitäten, mit öffentlichen Fördergeldern und mit ehrenamtlicher Arbeit vervielfacht die Stiftung die Wirkung ihrer Spendengelder.
So wird die maximale Wirkung für ein Modell erzielt, das auf einzigartige Weise die Wiederaufforstung mit heimischen Baumarten und Landwirtschaft in den Tropen kombiniert

Wissenschaftler und Praktiker im Wald

Basilicus Plumifrons

Stefan Pröstler in der Kooperative

Themenschwerpunkte und konkrete Forschung

Wissenschaftler, Studenten und Praktiker sollen in der Stiftung FuturoVerde gemeinsam Wissen sammeln, neue Erkenntnisse generieren und mit weiteren Menschen und Projekten teilen. Widersprüche und Schwierigkeiten, die bei dem praktischen Umbau von einem „herkömmlichen“ System in ein zukunftsfähiges entstehen, sollen dabei nicht verschwiegen, sondern im Gegenteil aufgezeigt werden, sodass das Praxisprojekt ein Vorbild für andere wird und in möglichst vielen anderen Regionen auf der Welt Nachahmer findet.

Die Arbeit der Stiftung FuturoVerde orientiert sich dabei an folgenen Themenschwerpunkten:

Inventur: Die Auswirkungen der Landwirtschaft: Um praktisch aber auch politisch die richtigen Entscheidungen zu treffen, braucht es ein möglichst umfassendes Wissen zu sämtlichen Auswirkungen der Landwirtschaft – ökonomisch, ökologisch und sozial.

Gesunde Böden, fruchtbare Böden: Unsere Böden sind im wahrsten Sinne des Worte die Grundlage aller unserer Landwirtschaftsaktivitäten und damit unserer (Über-)Lebensmittel. Den Böden weltweit geht es aber nicht gut: Die bisherige Wirtschaftsweise im Agrar- und Forstbereich – in der Regel Monokulturen, Übernutzung, und Überdüngung, aber auch Klimaveränderungen und Erosion sind nur einige der Faktoren, die den Böden zu schaffen machen. Deswegen sehen wir es als eine große Notwendigkeit, Konzepte zur Restaurierung von degradierten Böden zu erarbeiten, um die bislang entstandenen Schäden zu reparieren.

Permakultur und Agroforst – die Zukunft der Landwirtschaft: Agroforst steht für die Verbindung von Landwirtschaft und Forstwirtschaft. Bei der Permakultur handelt es sich um ein ausgeklügeltes Anbausystem, das über Jahre hinweg laufende Ernteerträge sichert und dabei die Notwendigkeit von eingebrachten Düngemitteln und Pestiziden minimiert.

Der wahre Preis landwirtschaftlicher Produkte: Wie können die externen Kosten der Produktion von landwirtschaftlichen Produkten internalisiert werden? Wie können diese Produkte trotzdem attraktiv für den Konsumenten am Ende der Wertschöpfungskette und somit marktfähig bleiben? Dieser Themenbereich widmet sich der ökonomischen Dimension der Landwirtschaft, denn über die Hälfte aller Menschen, die weltweit unter der Armutsgrenze leben, arbeiten im landwirtschaftlichen Sektor (FAO).

Regionale Wirtschaftskreisläufe: Neben der globalen Betrachtungsweise steht bei FuturoVerde auch ganz klar die Förderung lokaler und regionaler Wirtschaftskreisläufe im Vordergrund: Wie kann das Geld in der wirtschaftlich schwächsten Region Costa Rica gehalten werden? Wie können regional neue Initiativen gestartet und unterstützt werden?

Prof. Gunther Köhler vom Senckenberg Forschungsinstitut in Frankfurt ist weltweit anerkannt als Spezialist für tropische Reptilien und Amphibien.
Wikipedia

Herr Köhler, was machen Sie genau?

Wir haben in San Rafael ein Fallensystem aufgebaut, das jeden Tag von einem Mitarbeiter von PuroVerde kontrolliert wird. So bekommen wir seit Jahren Daten zu den dort aktiven Tieren und konnten rund 60 verschiedene Reptilien- und Amphibienarten in den Regenwaldresten auf der Finca nachweisen. Seit sich das Kronendach geschlossen hat, wandern diejenigen, die mit trockeneren Lebensräumen zurechtkommen, in die Aufforstung ein. Bei den Arten, die Feuchtigkeit und Wald als Lebensraum brauchen, geht das aber sehr zögerlich voran.

Bringt die Aufforstung etwas für die Artenvielfalt?
Sie ist auf jeden Fall ein Fortschritt. Allein durch den Schatten entstehen Korridore, durch die Tiere wandern können. In der Sonne überlebt ein Frosch auf der Weide keine zehn Minuten. Aber wenn das Kronendach geschlossen ist und am Boden Blätter liegen, kann er da wochenlang sitzen.

Im Moment wird eine rollierende Bewirtschaftung diskutiert…
Das ist genau der richtige Weg. Um die Biodiversität zu fördern, müsste man die Flächen mehr verwildern lassen. Denn jedes Stück Holz, das liegen bleibt, schafft neue Strukturen. Und wenn der Lebensraum stimmt, werden sich die Arten wieder etablieren.

Die Menschen hinter der Stiftung FuturoVerde

Der Vorstand

Der Vorstand ist das Entscheidungsgremium der Stiftung. Nach Beratung mit dem Kuratorium wird hier über die durchzuführenden Projekte entschieden, die vom Praxisprojekt, vom Kuratorium, vom Wissenschaftlichen Beirat oder auch von unterschiedlichen externen Ideengebern eingereicht wurden.

Der Vorstand ist derzeit dreiköpfig und besteht – von links nach rechts – aus dem Stiftungsgründer Leo Pröstler, Maria Salvamoser und Ulrich Martin Drescher

Das Kuratorium

Das Kuratorium ist gemeinsam mit dem Vorstand für die gesellschaftliche und politische Weiterentwicklung der Stiftung zuständig. Die Kuratoriumsmitglieder können neben der Beratung des Vorstands auch eigene Impulse und Projektideen in die Stiftung einbringen und vertreten die Stiftung in der Öffentlichkeit.

Das Kuratorium ist derzeit vierköpfig und besteht aus Ilona Jerger, Andreas Bangemann, Rosario Ritter (von links nach rechts), sowie Ursula Sladek (nicht im Bild).

Der Wissenschaftliche Beirat

Der Wissenschaftliche Beirat bearbeitet alle wissenschaftlichen Fragestellungen rund um die Stiftung und deren Ziel eines zukunftsfähigen Wirtschaftssystems. Diese Fragen können von dem Praxispartner, vom Kuratorium, von dem Wissenschaftlichen Beirat selbst oder auch von der Öffentlichkeit in die Stiftung hineingetragen werden.

Der Beirat umfasst derzeit folgende Mitglieder: Heinz Matthes, Dr. Dr. h.c. Michael Mussong, Dr. Peter Spathelf, Marion Buley sowie Dr. Jürgen Bauhus (von links nach rechts).

Das sagen Unterstützer zur Stiftung FuturoVerde:

Eine Wirtschaft, die diejenigen vom Markt verdrängt, welche für die Umwelt und für die Menschen Verantwortung übernimmt ist auf lange Sicht nicht überlebensfähig. Nachhaltiges Wirtschaften muss wettbewerbsfähig sein. Wie das gelingen kann, versucht FuturoVerde in einer Region zu beweisen. Es braucht mehr von solchen Initiativen.

Alfred T. Ritter

Schokoladenfabrikat und Ökomanager

Ich bin von Anfang an an den Projekten in Costa Rica beteiligt –ich schätze vor allem den ganzheitlichen Ansatz dabei. Der Schritt zur Umwandlung des Praxisprojektes in ein Leuchtturmprojekt für verantwortungsvolles Wirtschaften kommt zur richtigen Zeit. Wir brauchen mehr praktische Beispiele die vorangehen und zeigen, dass es möglich ist anders zu wirtschaften.

Ursula Sladek

Gründerin der ESW Schönau

Nachhaltig zu wirtschaften heißt richtig zu rechnen. Nicht diejenigen Unternehmer sollten die finanziellen Gewinner sein, die massive Schäden an Natur und Gesellschaft verursachen und die Kosten auf die Allgemeinheit übertragen. Sondern die Unternehmen, die nachhaltig Werte erhalten und aufbauen. Die Arbeit der Stiftung ist ein richtiger Schritt in diese Richtung.

Christian Hiss

Ökolandwirt und Gründer der Regionalwert AG

55 Jahre lang habe ich zusammen mit meinem Team das Verhalten von Schimpansen in freier Wildbahn erforscht. Im Laufe der Zeit wurde deren Lebensraum, die Regenwälder Afrikas, zunehmend zerstört – größtenteils durch Abholzung und Bergbau, aber auch durch großflächige Plantagenwirtschaft. Um die Regenwälder zu schützen, will die Stiftung FuturoVerde für diese Art der Landnutzung ein nachhaltiges Gegenmodell entwickeln. Damit verfolgt sie einen ähnlichen Ansatz wie das TACARE-Programm des Jane Goodall Instituts: Auf vielfältige Weise wird daran gearbeitet, Armut zu lindern und umweltverträglichere Lebensgrundlagen für die Menschen vor Ort zu schaffen. Ich möchte Leo Pröstler und FuturoVerde für ein solch zukunftsweisendes Engagement danken. Ich hoffe, dass wir künftig noch enger zusammenarbeiten werden und dass dieses Modell viele Nachahmer findet.

Jane Goodall

Verhaltensforscherin

Ideen pflanzen

Neue Ideen der Aufforstung, Landwirtschaft und Finanzierung sind die Basis für nachhaltige Entwicklung.

Wirtschaft ändern

Transformationeffekte für Wirtschaft und Gesellschaft bewirken und langfristige Perspektiven schaffen.

Zukunft ernten

Der Plattform beitreten und mitgestalten, um das Plus für kommende Generationen zu verwirklichen.